Was ist meine Firma wert?

Diese Frage treibt nahezu jeden Firmeninhaber um, der sich mit dem Thema Unternehmensnachfolge beschäftigt.

Die Vielzahl der Bewertungsmethoden würde den Rahmen dieses Ratgebers sprengen. Hierzu gibt es einschlägige Fachliteratur.

Fakt ist aber, dass sich aus der Vielzahl der Bewertungsmethoden nur wenige für kleine mittelständische Unternehmen anwenden lassen. Die beiden gebräuchlichsten Bewertungsmethoden sind:

  • Das Ebit-Multiple Verfahren
  • Das Substanzwertverfahren

Wichtig! Wenn man einen Firmenwert - speziell bei kleinen mittelständischen Unternehmen nur anhand der wirtschaftlichen Kennzahlen vornimmt, dann erhält man einen rein mathematischen und damit theoretisches Firmenwert. Dieser theoretische Firmenwert sagt über die Verkaufbarkeit des Unternehmens nichts aus!

 

Unabhängig davon erkläre ich Ihnen anhand eines Beispiels wie ein (theoretischer) Firmenwert ermittelt wird.

Die Grundlage hierfür ist ein sogenanntes Ebit-Multiple Verfahren. Bei einem Ebit-Multiple Verfahren werden die Gewinne der letzten drei Jahre und die Gewinne der nächsten zwei Jahre als Berechnungsgrundlage herangezogen. Hierbei geht es schlicht und ergreifend nur um die Position: Gewinn Ihrer Firma vor Zinsen und Steuern. In der Bilanz ist das die Position innerhalb der G & V -> Ergebnis des gewöhnlichen Geschäftsergebnisses. In der BWA ist das die Position -> Betriebsergebnis.

 

Im nächsten Schritt werden dann die Gewinnzahlen addiert und durch die Anzahl der Jahre dividiert. Die errechnete Quersumme wird dann mit einem branchenspezifischen Hebel multipliziert.

Der Hebel für KMU liegt zwischen 2,5 und 4,5.

 

Wichtig! Bevor man die Gewinnzahlen vor Zinsen und Steuern in eine Berechnungsmatrix einfügt, sollte man eine sogenannte Bilanzbereinigung vornehmen. Eine Bilanzbereinigung ist nichts anderes, als dass man alle Kosten, die für den neuen Inhaber nicht anfallen, dem Gewinn hinzuaddiert (Kaufpreiserhöhung). Das kann zum Beispiel ein Firmenwagen sein, der überwiegend privat genutzt wurde.

 

Im Gegenzug müssen natürlich alle Kosten, die für den neuen Inhaber zusätzlich anfallen,  vom Gewinn abgezogen werden (Kaufpreisminderung). Hier fallen zum Beispiel Mietkosten drunter, wenn der Inhaber in seiner eigenen Immobilie gearbeitet hat und keine Miete zahlen musste. Bei einem Verkauf des Unternehmens kommen dann auf den neuen Inhaber entsprechende Mietkosten zu. 

Eine weitere angewendete Methode ist das Substanzwertverfahren.

Unter einem Substanzwertverfahren versteht man die Ermittlung eines Unternehmenswertes anhand der vorhandenen Substanz wie z. B. Anlagevermögen, Inventar, Warenbestand und Immobilie. Hier muss man der Ordnung halber darauf aufmerksam machen, dass dieses Verfahren im Grunde genommen nur ein Ausverkauf des Anlagevermögens und des Warenbestandes ist. Ein Wert, bezogen auf vergangene oder zukünftige Umsätze und Gewinne, findet hier keine Berücksichtigung!

 

In der Regel findet mittlerweile eine Kombination zwischen einem Ebit-Multiple-Verfahren und einem Substanzwertverfahren statt. D.h., dass bei einem Unternehmen mit hohem Anlagen- oder Warenbestand (Maschinenbau oder Handelsunternehmen) entsprechende Werte berücksichtigt werden und mit in die Kaufpreisfindung einfließen.

 

Unabhängig davon ist, wie bereits schon mehrfach erwähnt,  eine entsprechende positive Zukunftsfähigkeit des Unternehmens die Grundvoraussetzung für einen Verkauf.

Als letzter Punkt spielt die Gesellschaftsform eine entscheidende Rolle. 

Handelt es sich um eine Einzelunternehmung, dazu gehört auch eine GBR, OHG oder KG, muss von dem Firmenwert noch ein branchenübliches Jahresgehalt für einen Geschäftsführer berücksichtigt und in Abzug gebracht werden.

 

Bei einer Kapitalgesellschaft (GmbH oder AG) wird das in der Bilanz ausgewiesene Geschäftsführergehalt in Relation zu einem branchenüblichen Gehalt gestellt. Die Differenz des Gehaltes wird dann Firmenwert entweder hinzu addiert oder abgezogen.

 

Da bei dieser Bewertungsmethode, werden weder das Anlagevermögen, noch irgendwelche immateriellen Firmenwerte (Know-how, Kundenstamm oder Name/Ruf des Unternehmens) berücksichtigt. Das Ebit-Multiple Verfahren wird sehr gerne von Banken zu Bewertung herangezogen, da dies eine einfache Methode ist um eine Rückführung eines Kredites für den Käufer zu berechnen.



Wenn Sie Ihre Unternehmensnachfolge planen, dann scheuen Sie nicht uns anzurufen.

Wir sind Partner/Mitglied folgender Institutionen:


Nutzen Sie unsere kostenlose Service-Hotline:

0800 - 72 44 52 4 

oder nehmen Sie per E-Mail Kontakt mit uns aus.

AGB