Ist meine Firma übernahmewürdig?

Die Übernahme eines kleinen mittelständischen Unternehmens erfolgt nahezu zu 100 % wegen »Eigenbedarf« des Käufers. Dies bringt schon das Käuferklientel mit sich. Als Käufer kommen in der Regel nur Wettbewerber oder Existenzgründer infrage. Investoren und Beteiligungsgesellschaften kommen selten infrage, da hier hohe Umsatz- und Renditeansprüche gestellt werden.

 

Unabhängig davon kann man feststellen, dass sich die Bewertungs- bzw. Übernahmekriterien nahezu zu 180° gedreht haben.

Reichte es bis vor wenigen Jahren noch aus, einen positiven Gewinn auszuweisen, sind heute die Ansprüche der Käufer an das übernehmende Unternehmen um ein Vielfaches gestiegen. Die k.o. Frage lautet heute: „Kann das Unternehmen mittel- bis langfristig seine vorhandene Marktposition halten, bzw. noch weiter ausbauen“?

 

In einem Wort zusammengefasst geht es hier einzig und allein um den Punkt: Zukunftspotenzial.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es sich um eine „One-Man-Show“ oder um ein Industrieunternehmen mit mehreren 100 Mitarbeitern handelt. Jedes Unternehmen wird im ersten Schritt an seiner Zukunftsfähigkeit bemessen und bewertet.

 

Wenn man sich den Markt in vielen Bereichen und Branchen anschaut, kann man feststellen, dass, wie überall im Leben eine Medaille zwei Seiten. Zum einen gibt es Unternehmer, die vorhersehbare Entwicklungen verschlafen haben. Dies hat zur Folge, dass viele Geschäftsmodelle/Geschäftskonzepte in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden werden.

 

Beispielsweise konnten vor wenigen Jahren Videotheken noch satte Gewinne einstreichen. Heute sieht die Situation so aus, dass dieses Geschäftskonzept nahezu vom Markt verschwunden ist.

Das gleiche gilt auch für viele kleine und mittelgroße Elektronik- und PC Shops. Hier hat das Internet, mit einer permanenten Verfügbarkeit und einer 100-prozentigen Preistransparenz, seit Jahren einen neuen Markt geschaffen,  der sich immer weiter expansive entwickelt.

 

Auf der anderen Seite der Medaille gibt es aber auch Unternehmen, die aufgrund ihrer Flexibilität und ihrer Anpassungsfähigkeit, ihr bestehendes Geschäftskonzept an den heutigen Verbraucheransprüchen angepasst haben. Diese Unternehmen kann man eindeutig als Gewinner bezeichnen, da sie die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Aus dieser Situation heraus ist es nur allzu verständlich, dass sich der Markt für Unternehmensverkäufe zu einem Käufermarkt entwickelt hat, der von Angebot und Nachfrage geprägt ist.

 

Dies wiederum führt dazu, dass Unternehmen nicht nur nach ihren wirtschaftlichen Kennzahlen bewertet werden, sondern auch Kriterien mit in die Bewertung einfließen, die man allgemein als Softskills bezeichnet.

 

Welche Möglichkeiten sich hieraus ergeben kann man daran erkennen wie Startup-Unternehmen teilweise bewertet werden. Hier erfahren Unternehmen, die überhaupt noch keine nennenswerten Umsätze erzielt haben, eine Bewertung, die auf eine reine Zukunftsprognose aufbauen.



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